Aufstieg auf die Zugspitze übers Höllental

Das ganze ist im September 2010 passiert. Also schon ein Weilchen her.
Aber ich denke die Geschichte ist trotzdem lesenswert…

Ausrüstung braucht man. Jede Menge. Steigeisen, Pickel, Stöcke, Stirnlampe und Klettergurt waren im Einsatz. fast 3 Liter Zitroneneistee hab ich beim Aufstieg durchgegurgelt. Dazu 3 dicke Müsliriegel 🙂
Auf das Klettersteigset hätte man verzichten können (häng das mal ein wenn das Stahlseil 50cm unter Schnee ist !), würde ich aber natürlich niemandem raten. Letzendlich ist der Klettersteig aber nicht so schwer und eine Schlinge um sich kurz mal zwischenzuhängen sollte ausreichen. Natürlich nur wenn man absolut keine Probleme mit der Höhe hat (hatten wir nicht, dank Nebel hat man eh nix gesehen 🙂 ).
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Wenn wir das mal vorher gelesen hätten … 🙂
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Sie haben geschrieben ‚ABZURATEN‘ nicht unmöglich.
Also muss es möglich sein 🙂
(Das Bild ist um 05:20 Uhr am Eingang zur Höllentalklamm entstanden. Um die Uhrzeit ist die noch kostenlos.)
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Um kurz nach 6 Uhr waren wir bei der Höllentalangerhütte.
Der Wirt hatte seinen Gästen wohl von der Zugspitz-Tour dringend abgeraten und so ist an diesem Tag außer uns, und einem Alleingänger den wir überholt hatten, niemand auf die Zugspitze hoch !
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Kurz vor der berühmten Leiter (mittlerweile war es kurz vor 7 Uhr) haben wir den Alleingänger überholt.
Auf meinen Kommentar „hey, du bist derjenige der hier für uns zum spuren eingeteilt worden ist ?“ hat er nur müde gelächelt und gemeint dass er den schwereren Rucksack hat, und deshalb wir spuren dürfen… mist 🙂
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Nach der Leiter, der Blick zurück. Die Hütte ist nun fast eine Stunde, 270 Höhenmeter und 1,3 Kilometer entfernt, trotzdem sieht sie noch so nah aus !
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Kurz vor dem (ebenso berühmten !) Brett lässt der Blick nach vorne erahnen was vor uns liegt.
Der Gipfel der am morgen noch klar zu sehen war, lag mittlerweile in trüben Wolken !
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Wie angekündigt, das Brett. Kann man ohne Klettersteigset gehen, sollte man aber nicht 🙂
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Weiter zum Gletscher, der erste Schnee liegt schon im Weg !
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Der Blick zurück (für ca. 20 Minuten gab es doch tatsächlich mal Sonne, bevor sie uns für immer verlies) ist schon wirklich fesselnd !
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Das wären die Spalten gewesen, aber wie man an unserer (zum Glück schon vorhanden gewesenen !) Spur sieht, gehen wir weit außenrum.
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Trotzdem bricht immer mal wieder ein vermeidlich fester Tritt im Schnee durch, und man darf die volle Schneehöhe genießen.
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Noch ein paar Spältchen, diesmal näher …
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Der Einstieg zum Klettersteig, das Ende des Gletschers und somit die Randkluft.
Da wir genügend Schnee hatten (*g*) war zumindest die Randkluft kein Problem.
Unsere gute Spur (die ein paar Tage vorher von einem Bundeswehrtrupp gelegt worden ist) endet kurz nach Beginn es Klettersteigs.
Zum Glück muss am Tag vorher (wo ja laut Bericht der Höllentalangerhütte von Bild 1 alle umgedreht sein sollen) ein einziger den Weg gegangen sein – in seinen Fußstapfen konnten wir also weitergehen !
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Tatsächlich mal ein Bild von mir. Hier mit Steigeisen und Stöcken.
Im Klettersteig konnte man die Steigeisen zum Glück ausziehen, dafür war der Eispickel die Rettung !
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Blick zurück über den Gletscher. Unser Alleingänger ist ein Stückchen rechts des Bildes (aber nicht mehr drauf zu sehen !).
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Und los geht der Schneespaß !
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Kurz noch mal umgedreht…
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Und weitergestiefelt. Wie die alten Männer auf die Eispickel gestützt 🙂
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Im weiteren Verlauf: Viel Schnee, viel Nebel 🙂
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Hier hätte es irgendwo einen Cache gegeben. Wir haben ihn nur nicht gefunden … warum wohl 🙂
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Langsam wurde nicht nur der Schnee harschig (eisig) sondern auf die Wände waren mit erstem Eis überzogen.
Endlich kann man mal den Pickel einschlagen !
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Das obligatorische Gipfelfoto am Gipfelkreuz. Wegen viel Eis auf der Terasse, Temperaturen um 0 Grad und bis zu 40 km/h Wind war das Gipfelkreuz für Japaner und Touristen heute gesperrt. Die haben uns (mit ihren Gore-Tex Spezialjacken) sowieso sehr komisch angesehen, wie wir da mit T-Shirt und Pulli rumlaufen können … tja, irgendwie war uns warm 🙂
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Alpine Gefahren ? Verdammt, warum hat uns das UNTEN keiner gesagt ???
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Und gesperrt ists auch noch 🙁
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Ein Gipfelfoto innerhalb der Zugspitz-Station. Mit echtem Fels und guter Sicht 🙂
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Track und Zeiten:
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PS: Insgesamt haben wir also
06 Stunden
57 Minuten
53 Sekunden
gebraucht. Wir haben aber bis auf die ‚Zwangspausen‘ (Steigeisen anziehen, Stirnlampen einpacken, Klettergurt anziehen, Foto schießen…) keinerlei Pausen gemacht. Ich hab das dann auch mit einigen Beinkrämpfen während des oberen Klettersteigs bezahlt…

Und in den nächsten Tagen (jetzt erstmal nicht, weil den Rest der Woche bin ich auf Mallorca) stelle ich noch zwei alte -aber geniale- Touren vor:
– Der Schmugglerweg am Gardasee
– Klettern auf den 165m hohen Staudamm Luzzone

 

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